Fliegenspray und Co. – Was taugt was?

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling kommen auch die biestigen Blutsauger aus ihren Winterquartieren. Kaum gehen die Temperaturen über die 15-Grad Marke, schwirren uns Schnaken und Co. wieder munter um die Köpfe.

Fliegenmittel gibt es viele. Mittlerweile hat man in nahezu allen Stallshops die Möglichkeit zwischen Chemiekeule, Naturprodukt, Gel, Öl oder Spray zu wählen. Doch was hilft wirklich? Die einen stinken so sehr, dass man sich als Mensch kaum noch an den eigenen Esel traut. Andere riechen sehr angenehm, verduften aber schnell. Und dann gibt es da noch die vielen Tipps der Esel- und Pferdebesitzer in Foren und auf Internetplattformen.

Im vergangenen Jahr habe ich einen Sommer lang einige Mittelchen getestet und werde hier mal von meinen Erfahrungen berichten.

Fligenmittel-9707

Der Sommer 2016 war für die Esel und mich sehr anstrengend, was die Fliegenplage angeht. Hunderte, vielleicht auch tausende, gefühlt aber Millionen von diesen kleinen Wadenbeißern haben die Esel befallen. Vor allem Benji ist jedes Jahr stark betroffen. Dazu kommen Bremsen, von denen es Gott sei Dank etwas weniger gibt und Schnaken, die einen vor allem in den Morgenstunden und Abends gerne überfallen.

Am besten Abgeschnitten hat für mich von den oben gezeigten Produkten „Ballistol Stichfrei Animal“. Ja, eine Chemiekeule, aber manchmal geht es nicht anders. Bauch, Weichteile und Beine werden an warmen und heißen Tagen morgens und abends eingesprüht. Die Wirkung hält erstaunlich lange. Allerdings ist bei drei Eseln so eine Flasche schnell leer und leider ist Ballistol auch eine der teuren Marken. Ein bisschen Geld lässt sich dennoch sparen. Etwa, wenn man beim Raiffeisenhandel seines Vertrauens oder über Internetshops das Zeug Kanisterweise bestellt. Dann kann man bei größerer Abnahme noch einen Rabatt ausschlagen. Ich habe 200 Euro in zwei 5 Liter Kanister Kanister investiert. (Normalpreis für einen 5L Kanister liegt bei ca. 140 Euro) Das war erst einmal viel Geld, aber unterm Strich habe ich, was die Menge der Flüssigkeit angeht, gespart. Denn die einzelnen Flaschen kämen mich bei dieser Menge viel teurer.

 

Tipp: Wenn ihr eine Stallgemeinschaft habt, oder eine Sammelbestellung mit anderen Esel- und Pferdehaltern aufgebt, steigen die Chancen auf einen Rabatt.

 

Sehr gut finde ich auch die biologische Alternative aus dem Drogeriemarkt: Kokosöl. Auf dieses Wundermittelchen bin ich durch einen Beitrag von Lina von Nordfalben gekommen. In ihrem Artikel „Geheimtipp Kokosöl?“ geht sie auf die Wirkung und ihre ersten Erfahrungen ein. Das Tolle an Kokosöl ist, dass es gleich mehrere wichtige Funktionen hat. Zum Einen scheint es wirklich gegen einige Plagegeister zu wirken, was mich riesig gefreut hat. Auch gegen Schnaken hilft es, die im Frühjahr als erstes ihre Löcher verlassen und Blutsaugen wollen.

Monty-6689

Fligenmittel-9723Wenn bereits gestochen wurde: trotzdem Kokosöl auftragen, denn es hat eine antibakterielle Wirkung und fördert die Wundheilung. Somit ist es auch für kleinere Wunden und Kratzer geeignet. Das Öl pflegt zusätzlich die Haut. Ich reibe damit hauptsächlich die Augenpartie, Ohren und Maul der Esel ein. Da Kokosöl keine starken ätherischen Öle besitzt, reizen keine Dämpfe in den Augen und auch wenn sich die Esel die Lippen lecken, kann nichts passieren. Man sollte allerdings darauf achten, dass das Kokosöl ein Bio-Siegel enthält und mit „nativ“ gekennzeichnet ist. „Nativ“ beschreibt ein Verfahren, bei dem das Kokosöl kalt gepresst wird. Dies ist schonender für die Inhaltsstoffe des Öls.

Kommen wir zum Gel. Nicht alle Esel lassen sich gerne mit einer Sprühflasche einsprühen. Hier kann ein Fliegengel eine echte Alternative sein. Dosen, wie das „Insekten-Stop Gel“ haben einen flachen Schwamm dabei. Besser klappt es aber, wenn man das Gel in den Händen verreibt. Bei uns hat es allerdings nicht viel gebracht. Die Wirkung hält nicht besonders lange an. Besser ist der „Power Phaser“, den wir als Probierversion bekommen haben. Hier ist die Wirkdauer deutlich länger. Dafür riecht es nicht besonders gut.

Melanie und Benji-6966

Hier und dort wird das Füttern von Knoblauch angepriesen. Im Internet finden sich auch Anleitungen zur Eigenherstellung von pestizidfreiem Fliegenspray. Die Wirkungen sind jeweils unterschiedlich beschrieben. Es kommt wohl auch ein bisschen auf jedes einzelne Tier an, auf die Umgebung und was sonst noch so getan wird. Ich habe im Stall den FlyCage2 hängen, der uns viele dieser Wadenzwicker vom Leib hält. Auch die Bremsenfalle, dieser große Schwarze Ball mit dem lustigen Schirm darüber hängt direkt am Paddock. Wer sich die Biester vom Leib halten will, muss erfinderisch werden.

Wer noch hilfreiche Tipps geben kann, darf dies gerne in den Kommentaren tun. Ich bin gespannt auf eure Ideen. 🙂

Advertisements

6 Gedanken zu “Fliegenspray und Co. – Was taugt was?

  1. Hallo, ich habe seit knapp 3 Jahren eine süße Eselin, die arme hatte im ersten Jahr bei mir Milben vermutlich war es die Grabmilbe, die nicht zu bekämpfen waren und schlimme Wunden an Euter und Unterbauch verursachten, erst die Waschungen mit der chemische Keule Sebacil vom TA verschrieben brachte Linderung, bishin zum Stillstand der Quälerrei.
    Im darauffolgenden Jahr waren dann Kriebelmücken und andere Stecher ihre Quälgeister, im Internet fand ich dann das Mittel Inseticide 2000, welches in Österreich sogar im Lebensmittelbereich zugelassen ist.
    Dieses Mittel kann man in Gebinden zu 0,5-1-5-10-20 Litern erwerben, auch nicht billig, aber günstiger als z.B. Balistol.
    Insekticide 2000 ist flüssig, lässt sich aufsprühen oder mittels Schwamm aufbringen.
    Und für mich wichtig es ist nicht ölig,somit reduzieren sich Schmutzkrusten am Tiere auf nahezu null.
    Wirksamkeit ist super und länger anhaltend, kann auch langfristig angewandt werden,und das Beste es ist überwiegend pflanzlich.
    Das Mittel wirkt als Fraß,- und Kontaktgift, es kann auf alle Warmblüter, Pferde,Esel,Hunde,Hühner ect und Menschen aufgebracht werden, hat je nach Medium auf das es aufgebracht wird eine Wirkung von mehreren Wochen( laut Vertreiber in Österreich).Man kann es auch im Stall und im Haus anwenden.
    Ich bin davon überzeugt und uns hat es im letzten Jahr sehr gut geholfen.
    Schaut einfach mal im Internet nach.

    Gefällt mir

  2. Chemie ist die Lehre von der Umwandlung der Stoffe.
    Wasser wird zu Dampf, Fisch wird Blau, aus Zucker wird Karamell.

    Begriffe wie „Chemiekeule“ sollte man vermeiden, weil es erstens eine Grenze zieht, wo keine Grenzen existieren und zweitens man mit einer solchen Haltung ganz schnell bei all denen landet, welche die Welt für Trennbar in Gut & Böse halten und daher alles verteufeln was irgendwie künstlich klingt. Wie bei den Impfgegnern, den Naturheilkundlern oder dem verstorbenen „Knochenbrecher“. Und am Schluss müssen die darunter leiden, welche am wenigstens sich wehren können: Kinder, Hunde, die Familie der Pferde mit den Eseln.

    Wie weit die Unkenntnis um die Lehre der Chemie verbreitet ist, zeigt sich bei der Beschreibung des Ballistol Stichfrei Animal, Zitat auf der Website des Herstellers: „Speziell für Vierbeiner entwickelt, ist es die schonende Alternative zu allen chemischen Keulen.“ Da hat der Hersteller also eine andere Definition von „Chemiekeule“ als Du.

    Ja, ich weiss „Was macht der da für einen blöden Aufriss“, aber ich bin der Meinung, man muss diesen falschen Hass, der auch noch auf Unwissenheit beruht, bekämpfen wo es geht. Bevor die Esel nachher noch darunter leiden müssen.

    So nebenbei, die Wirkung des „natürlichen“ Kokosöl basiert auf der Laurinsäure (aus der Familie der Carbonsäuren) und ist ein Repellent (Wirkstoff, der über den Geruchssinn wahrgenommen wird) wie das geschützte Icaridin, welches das Insekten-Stop Gel als Basis hat. Wie gesagt, eine Grenze zwischen „böser Chemie“ und „guter Natur“ zu ziehen ist gar nicht möglich. 😉

    Gefällt mir

    • Hallo Somaro,

      da hast du natürlich recht. In Chemie habe ich nie so richtig aufgepasst, muss ich leider zugeben… Unter dieser genauen Betrachtung sieht das natürlich anders aus. Eine richtige Grenze zwischen Gut und Böse gibt es nicht. Alles hat schließlich seine Vor- und Nachteile. Das eine Mittel benutzt man eben lieber als das andere.

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist wirklich gut erklärt 🙂

      LG Melanie

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s